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Archiv für Mai 2008

Gerüche

Nasse Hunde. Frischer Kaffee. Der Berliner U-Bahn-Geruch. Die Insel-Bücher. Aber auch die sehr alten aus der Bibiothek, seeeh modrig und betörend.
Frische Zeitungen.
Alte türkische Kopftuch-Frauen im Bus duften so schön nach frischem Quark, das mag ich und setze mich oft schon deshalb neben ihnen hin.
Im Herbst riechen die Menschen nach Herbst und dem Mottenschrank. Finde ich [...]

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Dank

Oft kaufe ich meine Tabak im Zeitungskiosk hier beim Türken um die Ecke. Gestern wußte der Verkäufer gleichund ohne dass ich etwas sagen musste, welche Tabaksorte ich wünsche. Beim Bezahlen habe ich ihn dann ziemlich spontan gefragt wie „danke schön“ auf türkisch heißt. Seltsam wohlgelaunt buchstabierte er teschek-kür-ederim, ich bezahlte umgehend und nahm die Tabak und das [...]

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Berührend

Draußen herrschte jetzt dichter Nebel, die Laternen unten auf der Terasse waren nur noch als diffuse Lichtstrudel zu erkennen, in denen herantreibende Schwaden verschwanden. Warum nur hatte es ihn gedrängt, seine Aufzeichnungen durch eine andere Sprache zu verfremden? Kann man Angst davor haben, sich selbst zu nahe zu treten? Oder war eine andere Angst am [...]

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Wer bin ich?

Und warum glaube ich es aufeinmal nicht mehr genau zu wissen?
Heute im Bus eine unbedeutende Szene. Ich quetschte mich mit meinem dicken Rucksack durch die Menge und balansierte auf der Suche nach einem Halt. Da sah ich vor mir eine alte, ziemlich übergewichtige, gedauerwellte Frau im herkömmlichen Faltenrock, sitzen. An der nächsten Bushaltestelle wollte sie aussteigen, stand also auf [...]

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Redefluss

Wenn ich einmal wieder die Angst habe, dass ich in Situationen, in denen ich mich unsicher fühle oder unkonzentriert, und deshalb für grammatische Fehler erheblich anfällig werde/bereits bin, oder dass mein Akzent besonders stark auffällt (auffallen könnte), dann rede ich viel, schnell, viel schneller als sonst und auch lauter, und schnappe teuerste Begriffe aus meinem Wortschatzschrank. [...]

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Nick

Nach dem Besuch gestern hatte ich Kopfschmerzen und einen unglaublichen Hunger. Es ist selten, dass ich jemanden aus der Internetwelt persönlich treffe und auch diesmal war der Eindruck seltsam, dass diese Frau doch ganz anders ist, als ich sie mir vorgestellt hatte. Warum stellt man sich die virtuellen Nicks immer anders vor als sie wirklich sind? [...]

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Argusaugen

B. ist heute Abend frühzeitig auf dem Sofa eingeschlafen. Ohne Vorlesen und ohne Zähneputzen. Als ich ihn in die Arme hochnahm, um ihn in sein Bett zu tragen, öffnete er die Augen spaltbreit und schaute mich glasig-abwesend an. Ob ich noch ich und da sei. Im Bett zog er seine kleine Bettdecke fest an sich, als ob das [...]

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Fußgängerweg

Es ist durchaus möglich an solchen kühlen Sonntagen im Gehen ein Buch zu lesen. Die Strassen sind nämlich wie leergefegt. Von einer Ampel bis zu der nächsten schafft der geübte Leser eine ganze Seite. Allerdings wartend an der Ampel nur drei Sätze. Unterschätzt sind auch die Wartezeiten auf den Bus oder U-Bahn. An Sonntagen gilt der Sonderfahrplan, [...]

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Berlinregen

Gestern Abend fiel endlich der ersehnte Regen. Zum ersten Mal in diesem Jahr roch die Erde nach Frühling.
Nach dem ich B. abgeholt habe, sind wir mit dem Bus nach Steglitz in die Buchhandlung gefahren. B. fand sofort ein Buch für sich, ich dagegen streifte durch die Gänge zwischen den Büchertischen mehr als ratlos. Eigentlich mag [...]

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Mein erster Eintrag

Eigentlich will ich nicht mit „ich“ anfangen.
Warum schreibe ich einen Blog? Ich übe mich in der sprachlichen Selbstdisziplin. Bloggen auch beim Frühstück? Zu festen Zeiten? Ich trinke Milchkaffee morgens vor dem Rechner. Übrigens, meine Muttersprache ist eine andere.

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