Haben da ja manche nicht lautstark gejammert, wie schlecht die deutsche Mannschaft sei? Was für ein elendiger Trainer der „Löw“ ist? Einer jammert ausgiebig in den Medien und der ganze Rest folgt mit einer Leidenschaft. Aber der Trost ist: nicht nur die Deutschen leiden an einem solchen an Masochismus angrenzendem Pessimismus.
Die Polen - wohlgemerkt aus meiner fussballerisch laienhaften Sicht - hatten von anfang an keine Illusionen. Und doch bin ich persönlich über das eine einzige Tor im Viertelfinale froh, und habe vor meinen Augen die immerwährenden Kämpfer, die aufgrund des viel zu hitzigen Ehrgeizes und daraus resultierender dummen Kopflosigkeit, letztendlich versagen (müssen), womöglich unabhängig von ihrem Können (oder Nicht-Können).
Die Türken trotz des schönen und vor allem sehr unterhaltsamen Sieges gegen Tschechen zweifeln offensichtlich ebenfalls stark an ihrer Mannschaft. Gestern beispielsweise schwankte mein türkischer Zeitungsverkäufer und versuchte den Sieg klein zu reden, in dem er behauptete, es wäre bloß ein großes Glückfall, die Manschaft sei aber bei weitem “nicht so gut, wie man allgemein meine“.
Wie auch immer. Das gestrige Spiel war fantastisch, was will frau mehr. Beschattet wurde das Spiel allerdings von gewissen Zahnschmerzen meinerseits, was die nahezu euphorische Stimmung lediglich gedrückt hatten. Heute bin ich deshalb mit einer Art Kater aufgewacht und vor dem Aufstehen musste ich mich noch entscheiden, ob ich gut oder schlecht gelaunt sein möchte. Ich muss nämlich am Nachmittag zum Zahnarzt und habe eine Heidenangst – die Schmerzen kommen wahrscheinlich von dem Weißheitzahn, den mein Zahnarzt bereits vor einigen Wochen in Augenschein nahm. So viel zum Fußball.